30.4.03
Der Blick bekommt Auswahl. Anders kaum zu beschreiben.
http://www.depressionentherapie.de/
Das Wort Depression leitet sich von deprimere ab. Übersetzt bedeutet es herab- oder niederdrücken, aber auch in die Tiefe gehen, nach etwas graben.
Was muss geschehen sein, dass man sich so sehr zurückzieht? Ich habe vielleicht zum ersten mal seit sehr sehr langer Zeit so etwas wie einen Ausblick. Ich betrachte Dinge. Es klingt banal und einfach. Nur frage ich mich, was in den letzten Jahren geschehen ist - was habe ich getan, was erreicht, was aufgesammelt? Die Antworten machen mich neugierig. Wieso habe ich mich verkrochen und habe keinerlei Interesse für die Welt um mich herum fühlen können? War die Belastung wirklich so gross? Was bedeutet es, sich plötzlich von aussen wahrzunehmen?
Unmittelbar nach der Geburt eines Kindes verfallen viele Mütter in Depressionen, d.h. sie fühlen sich müde, schlapp und haben an nichts Interesse, auch nicht an ihrem eigenen Baby. Diese Frauen entwickeln deshalb Schuldgefühle, da sie ihr Kind doch eigentlich lieben sollten. Dadurch verschlechtert sich ihre Stimmung noch mehr. Nach einigen Tagen bis Wochen verschwindet diese Depression jedoch wieder.
Erklärt wird dieses Phänomen anhand der enormen Hormonumstellung, die nach der Geburt eines Kindes stattfindet.
Welche Rolle besetzt diese letzte grosse Krise, die so viel verändert hat? Wie reagiere ich bei der nächsten schwierigen Situation - werde ich weit nach hinten gezogen oder habe ich etwas neues unter meinen Füssen? Ich schaue zurück und betrachte mich selber.
Bei der Beharrungstendenz handelt es sich um einen Zustand der anhaltenden Traurigkeit. Ein weiteres Merkmal bei der Beharrungstendenz ist der sogenannte Grübelzwang, der sich im Beharren auf traurige Gedanken äußert.
Der endogen Depressive hört auf, seine Umwelt zu betrachten - dieser Zustand wird auch Hypovigilität genannt. Weiters ist seine ganze Aufmerksamkeit auf das Innere gerichtet, das er als negativ erlebt und von dem er nicht loskommt- dieser Zustand wird Hypertenazität genannt. Es ist leider kaum möglich, den endogen Depressiven von sich selbst abzulenken.
Wie lässt es sich beschreiben, das die eigenen Grenzen so sehr verändert? Was genau geschieht, dass man diesen Zustand an sich selbst entdeckt und feststellt, dass dieser Rückzug, diese Einengung zur Ruhe sogar das einschliesst, was man meint zu sein? Wann vergisst man, dass die Gedanken leiser geworden sind. Und wann beginnt man zu verstehen?
Die Neurose ist grundsätzlich ein Konflikt zwischen bewußten und unbewußten Trieben, die in unserem Inneren stattfinden. Durch Verdrängung des Triebwünsches wird der Konflikt scheinbar gelöst. Diese Verdrängung hat aber ein unbewußt bleibendes Schuldgefühl zur Folge, welches die Tendenz zur Selbstschädigung und Eigenbehinderung in sich trägt.
Für heute war es genug. Mehr geht nicht. Gruss an den Mann im Mond.





