12.4.03
Rufe nicht
Lege den Finger auf den Mund.
Rufe nicht.
Bleibe stehen am Wegrand.
Vielleicht solltest du dich hinlegen
in den Staub.
Dann siehst du in den Himmel
und bist eins mit der Straße,
und wer sich umdreht nach dir
kann gehen als lasse er niemand zurück.
Es geht sich leichter fort,
wenn du liegst als wenn du stehst,
wenn du schweigst als wenn du rufst.
Sieh die Wolken ziehn.
Sei bescheiden, halte nichts fest.
Sie lösen sich auf.
Auch du bist sehr leicht.
Auch du wirst nicht dauern.
Es lohnt sich nicht Angst zu haben
vor Verlassenheit,
wenn schon der Wind steigt
der die Wolke verweht.
Heute fühle ich mich einsam und niedergeschlagen. Kaum zu ertragen. Nächstes Mal halte ich das Glück ein wenig länger fest. Liebe tut ganz schön weh. Und in manchen Dingen ähneln sich Männer doch sehr. Heute bin ich also weniger wütend als einfach nur traurig. Traurig, wie alles gekommen ist. Dass man jemanden lieben kann und trotzdem keinen Weg zueinander findet. Dass Gefühle auch schrecklich sein können. Heute ist kein so guter Tag. Aber es kommen wohl nochmal bessere?





