19.4.03
Träume und Pillen
Da bin ich so überwältigt von dem gestrigen Telefongespräch mit dem Löckchen (und noch mehr freue ich mich auf das Treffen heute nachmittag!), dass ich auch prompt die halbe Nacht von diesem Treffen "vor"geträumt habe. :) Ansonsten bin ich heute fast 2 Wochen ohne mein tägliches Ritalin und merke recht deutlich, wie gut es mir mit und ohne geht.
Es ist seltsam, aber da ich wirklich schätzungsweise 2 Jahre mit Ritalin gelebt habe, hab ich mich so doll verändert, dass es mir kaum selbst noch stark aufgefallen ist. Ich meine, wer ändert sich nicht im Laufe der Zeit. Aber dass es SO deutlich ist, macht mich nachdenklich. Ich:
-- bin planlos und eile ebenso durch die Tage.
-- habe gedankliches Durcheinander und
-- springe von einem Punkt zum nächsten.
-- will Geld ausgeben, was ich gar nicht habe.
-- trinke Unmengen an Kaffee um überhaupt was zu reissen. Schätzungsweise 30 Tassen am Tag.
-- bin beinahe überaktiv und bin unruhig.
-- denke komplizierter und umständlicher und
-- bemerke, wie ich beim Fernsehen abdrifte und irgendwann bemerke, dass ich zwar hinschaue, aber eigentlich seit einer halben Stunde am träumen bin.
-- habe keinerlei Panikgedanken, Angstgefühle oder Unsicherheit und fühle mich selbstsicher, weil es mir egal ist, was andere über mich denken.
-- mache so viele Schreibfehler wie lange nicht und bemerke es nicht einmal. ;-)
-- benötige 300 Stunden Schlaf am Tag.
Das ist auf der einen Seite gut. Auch, wenn's vielleicht nicht so klingt ;-) Aber wie soll es weitergehen? Mit Ritalin habe/mache/bin ich:
-- das Gefühl, mich zu langweilen.
-- weniger Energie und muss abends erst überlegen, was ich den Tag über gemacht habe.
-- einen strukturierten Ablauf und komme nicht auf "dumme Ideen". Sprich: Ich verfalle nicht in einen unsinnigen Kaufrausch oder benötige dringend Dinge, die ich mir nicht erlauben kann.
-- keine Probleme mit Terminen und kriege sogar eine grobe Organisation auf die Reihe.
-- einen ordentlichen Haushalt, keine stapelnde Wäsche, keinen vollen Trockner, der noch ausgeräumt werden muss, ich also auch die nächste Maschine Wäsche "verschiebe".
-- das Gefühl, nicht wirklich zu leben und denke kaum über interessante Dinge nach.
-- weniger Wissensdurst.
-- Ausserdem reflektiere ich kaum oder gar nicht, was mich irgendwie dumm aussehen lässt.





