24.8.03
Der gestrige Abend war schön. Das Essen bei Yogi war sehr lecker und dabei günstig, der Familienbesuch war sehr nett. Als ich irgendwo nach einer Geschwisternähe gesucht habe, fand ich die beiden sehr sehr verschieden. Später fand ich, dass das gar nicht mehr so wild ist. (Halb-)Geschwister eben.
Ich möchte nicht zu viel schreiben und ausplaudern, ich habe in dieser Hinsicht (und nach den Frühjahrserfahrungen) ohnehin kein Bedürfnis dazu.
Ob's an der neuen Rolle als glückliche Mutter liegt, ob's die hormonelle Umstellung ist, oder einfach die hohe Eisendosis, die ich neuerdings regelmässig schlucke (als Vegetarierin höchste Zeit!) ist gar nicht so wichtig. Wichtig ist, dass ich meine stabile Mitte wiedergefunden habe. Und das ist wundersamerweise keine Phase. Ich fühle mich nicht wie neugeboren, sondern fühle mich wieder.
Ich kann mir selbst ein Lächeln schenken und kann mein Gegenüber mit Interesse und Neugier beobachten. Erst jetzt fällt es auf, dass dieser ganz normale Umgang mit mir und anderen irgendwann verloren gegangen sein muss. Ich kann mich nicht genau erinnern.
Klar, ein schöner Abend weckt auch Gefühle. Aber ich habe gestern für einige Stunden im Glück baden können. (Ich muss unbedingt Maluntensilien kaufen.) Man kann es nennen wie man möchte, es liegt irgendwo zwischen Verbissenheit, Ausdauer, Lebensumgang und Zuneigung. Ich liebe Ch. so dermassen stark und weiss, was uns verbindet und stark macht, und finde es nicht richtig, aufzugeben. Da ist etwas, was kämpft, was in die Zukunft schaut und Liebe spürt. Ich fühle mich ihm näher als zuvor, und weiss wie glücklich und dankbar ich ihm dafür bin.
Also, falls Du dies hier lesen solltest: Geb dir bitte einen heftigen Ruck und schaue auf die schönen Dinge. Betrachte die Zweifel. Und tu das, was Du für richtig hälst. In jedem Fall eine gute Entscheidung.
Also: Ruck, zuck, Lebensglück.





