22.10.03
Schlachtfeld
So lange war es weg.
Nicht weit, aber gelegentlich außer Sicht.
Ich wusste, die Existenz würde nie ganz verschwinden,
Aber ich hoffte, sie würde nicht wiederkehren.
Zu oft war es schon da.
Zu nah.
Dann entfernte es sich wieder.
Diesmal fühlt ich mich sicher,
Wie schon lange nicht mehr.
Doch dann...
Es kam zurück
So schnell und stark.
Es umschloss mich und beherrschte mich.
Eisige krallen, die mir Energie aussogen,
Leere machte sich breit in mir und nahm mir allen Mut.
Alleine wie ich war,
Niemand konnte helfen.
Der Kampf war lang,
ich ermüde schnell.
Blei in meinen Knochen hindert mich am Handeln.
Gedanken langsam wie...
Doch da ist es wieder...
Immer noch.
Lass mich allein, lass mich gehen
Jetzt erneut. Noch immer da, es und ich.
Der Kampf geht weiter
Ich kann nicht mehr.
Aber ich kämpfe.
Wie lange noch.
Wann kann ich gehen.
Hat es einen Sinn?
Wenn ich gewinne....
Wird es zurückkehren.
Wie schon immer.
Ich vermisse meine Kindheit, es war weit weg.
Ich kannte es nicht, ich fürchtete es nicht.
Doch war es da.
Ich lernte zu fürchten.
Es und mich.
Jetzt ist es zurück, einmal mehr stellt sich der Kampf.
Ich gegen es, es gegen mich.
Ich gegen mich und es gegen es.
Kann ich den gewinnen.
Oder bleibt nur der eine Weg?
Mein Kopf ist schwer.
Mein Herz ohne Gefühl.
Der Kampf dauert an
Einmal stark einmal schwach.
Ich bin noch da, aber wie lange noch
Zweifel martern mich, wie Pfeile in meiner Brust.
Pfeile in meiner Brust...
Vielleicht werde auch ich überleben.
Diesmal noch
Um mich dann selbst zu Tode zu geißeln.
Morgenrot.
Ich schlag die Augen auf.
Ich kann es sehen. Es ist noch da.
Ruht es sich aus
Kommt es gleich wieder?
Oder hab ich den Kampf gewonnen.
Einmal mehr.
Wann wird es wieder kommen?
Mein Kopf ist leicht
Denken geht gut.
Mein Herz spürt den üblichen Schmerz
Aber es ist besser so
Es ist noch da.
Ich aber auch.
Es ist vorbei,
Wie aufwachen aus nem Traum.
Aber es war kein Traum.
Ich kann es noch immer sehen.
Ich weiss, dass es da ist
Auch ich bin noch da.
Ich fürchte mich, ich weiss es wird wiederkommen.
Aber nicht heute
Auch nicht morgen.
Das glaub ich nicht.
Es verkriecht sich jetzt.
Depressiv, weil es verloren hat.
Es wir wieder kommen, vielleicht ist es dann besser.
Stärker.
Aber auch ich werde es sein.
Ich kann es wieder schlagen.
Noch einer und noch einer.
Wird es je aufhören.
Kann gut sein.
Es leckt seine Wunden. Irgendwann begreift es vielleicht.
Gegen mich gibts kein Gewinnen.
Auch ich lerne.
Und ich lerne es kennen
Ich weiss, das es stärker wird
Aber auch ich werde es.
Ich werde kämpfen.
Ich werde siegen.
Nicht nur die Schlachten, irgendwann auch den Krieg.
Ich glaube es verkriecht sich noch mehr.
Da ist es noch irgendwo.
Im Nebel
Es versteckt sich...
Haha
Verkriechen.
Ich bin stärker, hörst Du.
Ich bin stärker.
Ich weiss, dass ich gewinnen kann.
Auch wenn ich dich nicht töten kann.
Wenn du lange genug da draußen bist wirst du nicht mehr wiederkehren.
Dumpfe Erinnerung wird mich an deine Lektionen erinnern.
Du machst mich zu dem was ich bin und werde.
Vielleicht müsste ich danke sagen.
Danke!
Haha
Komm zurück, ich möchte mich bei Dir bedanken.
Wurm
Was versteckst Du Dich?
Keine Kraft mehr?
Versager.
Du bist nicht von mir.
Du bist ein Kuckucksei.
Jemand hat Dich hier abgelegt.
Du bist am falschen Platz hier.
Kannst ja nichts dafür.
Tut mir leid.
Ich würde Dir gerne helfen,
Aber ich fürchte, ich kann es nicht.
Wir sitzen doch beide im selben Boot.
Muss das denn immer sein, können wir nicht in Frieden miteinander leben?
So wie damals, als wir noch klein waren.
Es wäre einfacher für beide.
Wir brauchen doch keinen Krieg.
Lass uns unsere Aufmerksamkeit nach draußen richten und das zusammen meistern.
Das Leben ist ohnehin kurz genug.
Sebastian Reichlin, Verein zur Bewältigung von Depressionen





