20.11.03
Monitor-Newsletter
Bundesregierung will europäische Gleichstellungsrichtlinie
für Frauen verhindern
Die Bundesregierung will eine europäische Richtlinie zur
Gleichstellung von Frauen verhindern. Das berichtet das
ARD-Magazin MONITOR in seiner heutigen Sendung um
21.45 Uhr im Ersten.
Die europäische Richtlinie sieht vor, dass Frauen und
Männer künftig identische Versicherungsprämien zahlen
sollen, sogenannte Unisex-Tarife. Bisher zahlen Frauen
für ihre private Altersvorsorge und für Krankenversicherung
in Deutschland deutlich mehr als Männer. Die Branche
begründet dies mit der höheren Lebenserwartung der Frauen
und der Möglichkeit einer Schwangerschaft. Brüssel sieht
darin eine Diskriminierung. Abhilfe sollen
Unisex-Tarife schaffen.
Renate Schmidt, Bundesministerin für Frauen und Familie,
kritisiert die Richtlinie. Gegenüber MONITOR sagte
Schmidt: "Diese Risiken einer Frau müssen Versicherungen
mathematisch berücksichtigen, sonst gehen sie Pleite."
"Männer und Frauen seien nun mal unterschiedlich und dies
müsste dann auch von Versicherungen berücksichtigt werden
können", so Schmidt weiter.
Scharfe Kritik übte die Europaabgeordnete Hiltrud Breyer:
"Dass gerade Renate Schmidt, die zuständig ist für die
Gleichstellung der Frauen, die Richtlinie kritisiert,
ist ein frauenpolitisches Armutszeugnis." Die
Gleichstellung der Frauen in den Versicherungen sei im
Rot-Grünen-Koalitionsvertrag festgeschrieben worden.
Weitere Informationen zur Sendung vom 20. November
unter: http://www.monitor.de





