19.12.03
Arzneimittelpflanze 2004
Die Pfefferminze botanisch hört sie auf den Namen Mentha piperita hat das Rennen gemacht: Sie wurde vom Studienkreis "Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde" der Universität Würzburg zur Arzneipflanze 2004 erkoren. Was das bekannte Gewächs mit dem scharfen Geschmack auszeichnet, ist besonders seine Vielseitigkeit. So wirkt zum Beispiel ein Tee aus dem Kraut auf zweifache Weise bei Problemen im Verdauungstrakt: Zum einen regt er die Produktion von Speichel, Magensaft und anderen Verdauungssekreten an, zum anderen hilft er gegen Übelkeit. "Bei Verdauungsstörungen ist die Pfefferminze die Parade-Arzneipflanze", bestätigt auch Univ. Prof. Reinhard Länger vom Institut für Pharmakognosie der Universität Wien.
Doch nicht nur für Tee, sondern auch für eine Reihe anderer Medikamente bilden die Minze und ihre Inhaltsstoffe die Grundlage. Das ätherische Öl der Pflanze werde zur Behandlung von Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen und Blähungen bei einem gereizten Darm eingesetzt. Der Hauptbestandteil des Öles, das Menthol, wirke kühlend und könne auch bei Sonnenbrand Linderung verschaffen, erklärte das Gremium. Gleichzeitig wirke das Öl auch gegen Schmerzen: "Pfefferminzöl hilft auch bei Spannungskopfschmerz oder Migräne, indem man damit Stirne, Schläfen und Nacken einreibt", so Experte Länger. Medikamenten und Zahnpasten wird Menthol zur Geschmacksaufbesserung beigeben. Und in zahlreichen Aperitifs ist sie enthalten, weil die Minze auch den Appetit anregt.
Die Presse, Gesundheit, S. 26





