27.12.03
Negative Gedanken bei Depressionen
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Geschrieben von: Übersetzung, Adaptation und Ergänzung von Dr. Martin Winkler nach dem ursprünglichen Text von Petros Skapinakis, MD, MPH, PhD, lecturer of Psychiatry in the University of Ioannina Medical School, Greece. Eva Gerasi, postgraduate student in the Department of Psychiatry, University Hospital of Ioannina, Greece.
Welche negativen Gedanken treten bei Depressionen auf? Kann eine Depression das Denken verändern? Welche Veränderungen treten auf?
Menschen mit einer Depression neigen dazu, die Welt in einem übermässig pessimistischen und hoffnungslosen Licht wahrzunehmen. Sie haben keine Hoffnung, dass sich ihre Lage jemals verbessern könnte und sie meinen häufig, sie seien für alle Probleme selber verantwortlich.
Dabei bewerten sie sich selber ausgesprochen negativ und selbstkritisch und unterschätzen oder leugnen positive Fähigkeiten und Erfolge, so dass nur selbstabwertende und negative Ansichten berücksichtigt werden.
Solche negativen Gedanken können von einem kaum wahrnehmbaren pessimistischen Unterton bei ganz normalen Äußerungen und Meinungen bis hin zu völlig den üblichen Rahmen sprengende negativistische Sichtweisen mit Verkennungen der Realität, die auch von Aussenstehenden als ganz offensichtlich falsch erkannt werden. Solche ständige negative Voreingenommenheit kann logischerweise bei den Betroffenen bis zu schweren Schuld- und Schamgedanken reichen, so dass einige Depressive Selbstmordgedanken bekommen und auch ein ganz erhebliches Risiko für selbstschädigende Verhaltensmuster entstehen könne, die den eigenen Tod in Kauf nehmen.
Im Rahmen einer verhaltenstherapeutisch (kognitiven) Psychotherapie werden speziell solche negativen Gedanken (auch automatische Gedanken) aufgespürt und durch konstruktivere Sichtweisen ersetzt. Dabei geht es keinesfalls darum, Probleme oder Schwierigkeiten "schön zu reden" oder eine "rosarote" Sicht anzunehmen. Vielmehr soll in der Realität überprüft werden, ob sich denn die negativen Gedanken tatsächlich immer bestätigen lassen, oder ob es nicht vielmehr Schwankungen und gewissen Variationen im Erleben geben könnte. Dies ist bei den allermeisten depressiven Patienten der Fall.
Durch die Beachtung derartiger typischer Denkmuster lässt sich häufig bereits eine "Abwärtsspirale" aus Selbstabwertungen und Rückzugsverhalten aufhalten. Die Patienten lernen unter der Anleitung der Therapeuten, für sie typische Gedanken aufzuspüren. Sind sie erst einmal bekannt und dem Krankheitsbild Depression zugeordnet kann man häufig viel besser damit umgehen.





