4.12.03
Neurobiologie und Bildgebung bei ADHS
Spiegel.de - Ruhelose Kinder haben verändertes Gehirn
Das "Zappelphilipp-Syndrom" hat seine Ursachen möglicherweise in Veränderungen des Gehirns. Forscher fanden heraus, dass bestimmte Hirnareale bei betroffenen Kindern kleiner sind als bei ihren gesunden Altersgenossen.
Das Aufmerksamkeits-Defizitsyndrom (ADS), auch Zappelphilipp- oder Hyperkinetisches Syndrom genannt, macht es Kindern und Erwachsenen unmöglich, sich längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Auch können sie sich sehr schlecht Zusammenhänge merken und sind häufig aggressiv. Umstritten sind bisher die genauen Ursachen der neuropsychologischen Störung. Gängige Theorien gehen von einer Funktionsstörung bei der Signalübertragung im Gehirn aus.
Wissenschaftler um Elizabeth Sowell von der University of California in Los Angeles fügte dem Puzzle nun ein weiteres Teil hinzu. Sie untersuchten die Gehirne von 16 ADS-Kindern mit einem hoch auflösenden Magnetresonanz-Tomographen und verglichen die Bilder mit denen von 46 gesunden Kontrollkindern.
Dabei fanden die Forscher Bereiche im frontalen Kortex und im vorderen Temporallappen, die bei den Kindern mit ADS deutlich kleiner waren als bei den gesunden. Zugleich bemerkten sie in anderen Hirnarealen der erkrankten Kinder eine Zunahme an grauer Gehirnsubstanz, heißt es in einem Artikel in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "The Lancet".
Interessant sei, dass die Abweichungen nicht nur in Gehirnregionen gefunden worden seien, die die Aufmerksamkeit regeln, schreibt Co-Autor Bradley Peterson. Vielmehr seien vor allem Bereiche betroffen, die das impulsive Verhalten kontrollieren. Mit diesem Wissen könnten in Zukunft Medikamente zielgerichteter entwickelt werden.





