20.1.04
Stimmungstief
Wenn es möglich wäre, würde ich meinen Sohn an Abenden wie den heutigen einfach umtauschen, abgeben, zeitweise verleihen. Er schreit. Laut, durchgehend, stundenlang. Für einen Moment liefen mir grade die Tränen. Ich lasse ihn morgen gleich in der Schreiambulanz.
Die Überweisung zum HNO hab ich in der Tasche und werde hingehen, auch wenn ich eine scheiss Angst hab, zu hören, wie schlecht mein Gehör geworden ist. Meine Nerven liegen blank. Im Fernsehen verstehe ich kein Wort mehr, nur zusammenhängendes Gefasel und Genuschel. Ab und an schnapp ich mal ein Wort auf, das mir was sagt. Und von den Lippen ablesen bringt auch nichts, weil ich da gar kein Gespür für hab. Stattdessen mache ich mir ein schlechtes Gewissen, finde mich fürchterlich, weil ich genervt bin, rumschreie und dem Kleinen alles geben möchte, nur keine Liebe. Da ist der Gedanke schön, einen Partner an seiner Seite zu haben, der die gleiche Verantwortung trägt. Nehme ich ihn auf den Arm, möchte ich ihn an liebsten sofort loslassen, wenn er mir ins Ohr schreit. :-/ Sein Schreien verursacht Schmerzen in meinen Ohren.
Ohrenstöpsel....? Hab ich sie drinnen, nehme ich sie auch alle paar Sekunden wieder heraus, weil ich nicht sicher bin, ob ich grade etwas überhört habe und lausche. Dann die Vorwürfe, die ich ihm mache. Schliesslich ist mein Gehör durch sein durchdringendes Schreien so schlecht geworden. Klingt krass, die Gedanken sind aber da. Eine gute Lösung wäre prima. Morgen mittag der erste Weg zur Schreiambulanz, von der ich mir vielleicht zu viel erhoffe.





